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das Ruhrgebiet ist eine lebendige und reiche Literaturlandschaft. In den Veranstaltungen der Bibliotheken, der literarischen Gesellschaften, der Literaturgruppen und unseres engagierten Literaturbüros in Gladbeck nehmen wir teil am literarischen Leben der Region. Auch die Reihe der Autorinnen und Autoren, die der Kommunalverband seit mehr als zehn Jahren jährlich ausgezeichnet hat, bietet dafür einen überzeugenden Beweis; mehr noch aber die Vielzahl der Vorschläge, die in jedem Jahr für die Preisvergabe gemacht werden.

Diesmal ergab die Diskussion um den Literaturpreis Ruhrgebiet
wiederum ein einstimmiges Votum - wie Sie es schon erfahren haben -
für die Schriftstellerin Doris Meißner-Johannknecht.

Während des letzten Jahrzehnts hat Doris Meißner-Johannknecht
ein literarisches Werk von großem Reichtum und hohem Rang vorgelegt.
Begonnen hat sie ihre schriftstellerische Arbeit mit Kinder- und Jugendbüchern,
mit Bilderbüchern und Jugenderzählungen. Doch seit drei Jahren überschreiten ihre Erzähltexte die Grenze zum Roman. Fragt man nach der Gattung, so wird man sagen können, dass die Schriftstellerin Elemente des Bildungs- und Erziehungsromans,
aber ebenso sehr Strukturen und Motive aus Goethes frühem Sturm- und Drangroman „Die Leiden des jungen Werther“ aufgenommen und auf höchst originelle und aktuelle Weise verarbeitet und transformiert hat. Für diese literarhistorische Feststellung ist es bezeichnend und charakteristisch,
dass Doris Meißner-Johannknecht, auch in den Kinder- und Jugendbüchern, stets ihre Geschichten, Erzählungen und Romane um eine Mittelpunktsfigur gestaltet, und zwar so, dass die Perspektive durch das erlebende, handelnde und leidende Ich des Protagonisten bestimmt ist.
So wie Goethes Werther seine sinnlichen und seelischen Erlebnisse vor dem Leser seiner Briefe ausbreitet, so zeigen die kleinen und großen Helden in den Geschichten von Doris Meißner-Johannknecht ihre Gefühle und Empfindungen, ihre sinnlichen Erregungen, die Motive ihres Verhaltens und Handelns, die Bedrängnisse ihres Alltags, Leiden und Glückserfahrungen, aber immer so, dass auf unterschiedliche Weise und in wechselnden Konstellationen der Figuren ein brennendes Lebensproblem erkennbar wird. Das Ich sieht sich vor die Aufgabe gestellt, sich selbst zu finden, zu seiner individuellen Existenz Ja zu sagen, um das Leben bewältigen zu können und einen Platz in der Gesellschaft zu finden, an dem das Ich sich entfalten und Fremdbestimmungen abwehren kann.
In den Romanen der letzten Jahre sind die Anspannungen, Belastungen und Verletzungen für die Hauptfiguren oft so groß, dass wie im Werther-Roman die Ausweglosigkeit und die fast asoziale Randexistenz den Gedanken an Selbstmord bedrohlich aufkommen lässt.
Doch abweichend von Goethes tragischem Konzept, schaffen es die jungen Helden bei Doris Meissner-Johannknecht, ihr Ich anzunehmen und eine Lebensperspektive oder einen Lebensweg zu finden, der Hoffnung auf eine selbstbestimmte Existenz in
der Gesellschaft aufkommen lässt oder gar deutlich und hell eröffnet. Auch wenn Märchenwunder und Magie nicht immer ganz ausgeschlossen sind in diesen spannungsreich dargebotenen Lebensausschnitten der Jugendperiode,
so bleibt doch durchweg eine realistische und sachliche Weltsicht bestimmend, die einen sozialen, pädagogischen und in einem weiten Sinn politischen Grundimpuls des Schreibens erkennen lässt.

Diese wenigen allgemeinen Kennzeichnungen der Erzählgattung, der Struktur,
der inhaltlichen Konzeption und der literarischen Motivation seien zunächst konkretisiert auf der Ebene der Sprache, der Sprechweise, der Schreibart
von Frau Meißner-Johannknecht. Ob Kinderbuch, ob Jugendbuch, ob Bilderbucherzählung oder Roman, immer hat der Text einen im Grunde poetischen Anspruch dadurch, dass er nicht einfach den Versuch macht, aus dem Horizont pädagogischer Erfahrungen Kindersprache und Jugend- oder Schülerjargon zu imitieren. Intention der Autorin ist eine behutsam gesteigerte oder angehobene Nachgestaltung und Neuformierung, die den sprachlich stilistischen Erwartungshorizont des Lesers altersgemäß trifft, aber durch das Moment literarischer Gestaltung dem Leser immerfort ein Mitgehen im Erzählen zumutet, das fast unvermittelt und unbemerkt einen intellektuellen Anspruch setzt. Man muss nur das Bilderbuch mit der Geschichte vom Hasen aufschlagen - erschienen 1997 -,
um sogleich den sprachlichen und kompositorischen Anspruch zu erkennen,
der nach dem Muster eines szenischen Gedichts sprachlich und bildhaft agiert, wobei die bildlichen Elemente durch die eindrucksvollen farbigen Bilder von Juliane Plöger gesteigert und gestützt werden:

„Warum nur, fragte sich der Hase, habe ich mich bloß mein ganzes Hasenleben lang so schrecklich abgehetzt? Warum nur? Ich bin es satt!! Und er tat einen tiefen, tiefen Hasenseufzer, streckte alle Viere von sich und schloss die Augen ... Das tat gut!“

Schon im Zitieren bemerken Sie, wie sehr hier sprachliches Gestalten bestimmend ist, indem der Leser wie alt er immer sein mag, sich in dies Hasen-Ich leicht hineinversetzen kann. Dass der Hase dann aufschreckt und plötzlich an den Jäger oder den Mähdrescher denkt, ist kluge dramatische Inszenierung, die am Ende den Vorgang pointiert und entspannend zurückführt zum kühnen und klaren Entschluss des Hasen-Ich:

„Schluss mit der Hetzerei fast bis zum Tode. Wirklich! Endgültig.“

So wie beim Hasen kehren Entschlüsse als Erkenntnisgewinn und neue Lebensplanung oder neue Lebensauffassung bei allen kleinen und großen Helden in den Erzähltexten von Doris Meißner-Johannknecht wieder.

Für das durchkomponierte sprachliche Niveau, das freilich niemals einen falschen, unangemessenen oder künstlichen Anspruch setzt, für das Mitgehen des Lesers durch den Wechsel von Anschauung, sinnlicher Wahrnehmung und Innenschau und für die inhaltlichen Problemfelder, die aktuellen Erfahrungen folgen und nicht selten vielleicht persönliche Erlebnisse der Autorin verarbeiten, möchte ich einige wenige Beispiele geben. Natürlich ist es mir nicht möglich, hier einen Überblick über die 22 Buchveröffentlichungen zu geben, die in den letzten Wochen auf meinem Schreibtisch gelegen haben und die ich im Wechsel mit Magister- und Doktorarbeiten mit entschiedenem Lesevergnügen durchgesehen oder auch vollständig gelesen habe.

Am Anfang der schriftstellerischen Arbeiten steht das Buch „Kassandra muss weg!“ (1988), das in einer einfachen, klaren und zugreifenden Sprache die Geschichte von Sonja erzählt, die ihre Wasserschildkröte irgendwo unterbringen muss, weil sie das exotische Tier nicht artgerecht pflegen kann. Natürlich findet das gescheite kleine Mädchen ein besseres Zuhause für Kassandra. Solche Problemlösung erheitert auch die erwachsenen Väter und Mütter, die mühsame Forschungen angestellt haben, um ein Aquaterrarium so zu bauen, dass die Kassandra nach mehr als 20 Jahren noch immer munter plätschern, fressen und schlafen kann.

„Schön, dass du bleibst, Kalle“ (1989) ist eine nah an der Wirklichkeit und mit einfühlsamer Psychologie entworfene Geschichte eines adoptierten Pflegekindes, das beim sozialen Engagement der Eltern von der Angst geplagt wird, zumal bei zeitweiliger Aufnahme eines Bereitschaftskindes, die Eltern wieder zu verlieren. Der Anfang der Geschichte passt zu diesem Tag:

„Kalle guckt aus dem Fenster. Der Regen klatscht gegen die Fensterscheiben. Es ist Freitag. Der dreizehnte November. Es ist dunkel draußen. Dabei ist es noch früh. Drei Uhr nachmittags. Kalle trommelt mit den Fingern aufs Fensterbrett. Aber seine miese Stimmung wird er nicht los.“

Dieser Erzählanfang ist sehr charakteristisch für viele Texte von Doris Meißner-Johannknecht: Der Held - hier also Kalle - ist sogleich präsent, und mit Wahrnehmungen und Empfindungen ist der Leser in ganz wenigen Sätzen orientiert über Ort, Situation, Tageszeit und Stimmung. Beim Vorlesen des Erzählanfangs haben Sie schon bemerkt, dass der Innenperspektive eine Aktion des Helden präzis entspricht: „Kalle trommelt mit den Fingern aufs Fensterbrett.“

„Verliebt“ - ein Kindertext des Jahres 1996 - macht den kühnen, aber gelungenen Versuch, die Ich-Perspektive in der Form des Tagebuchs zu gestalten. Mit großem sprachlichen und psychologischen Einführungsvermögen wird die Gattung genutzt, um die intime Erfahrung der Kinderseele und die klugen oder abenteuerlichen Beobachtungen des Mädchens Lilly darzustellen, ihre Freundschaft mit Lukas und ihre Beziehung zur allein erziehenden Mutter:

„21. März.

Am Abend.

Meine Mutter ist im Kino.

Nein, nicht mit ihm.

Mit einer alten Schulfreundin.

Ich bin ziemlich erledigt.

Als Detektiv bin ich völlig ungeeignet.

Das regt mich zu sehr auf.

Mein Herz rast immer noch ganz wahnsinnig.

Also, ich habe sie verfolgt ...“

 

In den wenigen ganz kurzen oder unvollständigen Sätzen werden Situation, Gefühle, Gedanken, körperlicher Zustand und Ahnungen und Unternehmungen des Kindes einprägsam und genau ausgesprochen. -
Mit der Erzählung „Amor kam in Leinenschuhen“ (1993) greift die Schriftstellerin das Deutschland-Thema der frühen Jahre nach der Wiedervereinigung auf und gestaltet eine innige Mädchenbeziehung, die alle Unterschiede des Milieus,
alles Unverständnis und alle Hürden im Bewusstsein und Handeln der Erwachsenen durch Zuneigung und Liebe überwindet.
Wunderbar die Gestaltung der Intimitätsbeziehung von zwei jungen weiblichen Menschen.

Auf einer höheren Stufe der Erzählkunst darf ich das noch einmal zeigen. Unter den neueren Texten verdienen Aufmerksamkeit die drei Bücher „Vollkornsocken“ (1996), „Vollkornsteine bringen Glück“ (1997) und „Vollkornträume“ (1998), eine Erzählungstrilogie mit der gescheiten, lebenserfahrenen und liebenswürdigen Mädchenprotagonistin Beeke-Luise, die sich mit den wechselnden Männern ihrer Mutter abfinden muss und mit detektivischem Spürsinn ihren Vater findet,
wohl den ersten Geliebten der Mutter, den sie nicht kennt, aber auf einem alten Foto identifiziert. Mit ihrem Wissen agiert das Mädchen so umsichtig und klug, dass es eine Herzensbeziehung zum Halbbruder aufbauen und den Vater gewinnen kann.
Wie die Mutter, der Vater und die Männer aus der Perspektive von Beeke-Luise gesehen und charakterisiert und auch zu eigenen Zwecken eingespannt werden,
das gibt dem Erzählen einen feinen ironischen Ton, der im Buch „Vollkornsteine“ auch umschlägt in humorvolle Gesellschaftssatire, wenn Beeke-Luise als Babysitterin für zwei lebhafte Zwillinge sorgen muss, um Geld für ein Saxofon zu verdienen. Unvermittelt wird das Jugendbuch zur Literatur für jeden Leser.
Prüfen Sie es selbst, wenn ich wiederum den Erzählanfang zitiere im Hinblick auf Situation und Ich-Befindlichkeit:

„Es schüttet mal wieder wie aus Eimern. Kein Mensch wagt sich bei diesem Wetter freiwillig vor die Tür. Nur ich. Heute sogar ohne Anorak und Regenschirm ... Ich fühle mich seltsam. Seltsam aufgekratzt und kribbelig. So ein Geheimnis entdecke ich schließlich nicht jeden Tag. Ich habe einen Bruder! Wahnsinnig! Und dazu noch einen wunderbaren ... Und dann noch einen Vater. Meinen Vater! Den meine Mutter mir 12 Jahre lang einfach vorenthalten hat ...“

Leicht erkennt man: es ist der erregende und erregte Moment der Detektion, den man fast nur erträgt, indem man sich freiwillig durchregnen lässt.
Wiederum ist zu konstatieren, wie die innere Befindlichkeit des Ich mit feinem literarischen und psychologischen Sachverstand erzählerisch dargeboten ist, aber so, dass die Sprache, die den erwachsenen Leser fesselt, auch dem jugendlichen Leser, der sich ganz oder teilweise mit der Ich-Figur identifiziert, zugänglich und offen ist: Er kann sich wie wir in die Gefühlswelt und die Gedanken von Beeke-Luise hineinversetzen.

Doch es ist Zeit in äußerster Knappheit Rühmendes und Kennzeichnendes zu den drei Romanen der letzten Jahre zu sagen: „Traumtänzer“ (1995), „Tuchfühlung“ (1996) und „Nordseedschungel“ (1998). Diese drei Werke gewinnen ihren Rang zunächst und zumeist aus der fantasiereichen und realitätsgesättigten Erfindung der Hauptfiguren. „Traumtänzer“ erzählt in der Spannung von gestern und heute, also rückgreifend, die Geschichte vom schönen, aber kleinen Amadeo, der mutterlos aufgewachsen und innerlich einsam und träumerisch bei einem Klassenausflug nach Wien in der Begegnung mit der begleitenden Lehrerin eine erste aufwühlende und rauschhafte, aber zugleich auch verletzende Liebeserfahrung macht, die ihn an den Rand des Scheiterns bringt, ehe ihm eine Reise neue Kommunikationsmöglichkeiten und ein lebenszugewandtes Ich-Bewußtsein wiederschenkt. Meisterhaft, wie aus der Ich-Perspektive mit einem hohen Grad an Diskretion und Feingefühl die physische und psychische Erfahrung sprachlich und erzählerisch entwickelt ist.
Bestimmend die Folge kurzer oder fragmentarischer Sätze, oft ohne eingefügten Dialog, ganz Wahrnehmung und Innensicht.

„Tuchfühlung“ ist das literarische Wagnis der Darstellung einer jugendlichen Außenseiterexistenz, die den Anforderungen der Schule nicht gewachsen ist,
weil ihm seine Homosexualität zum Problem wird. Überzeugend dargestellt der Weg zur Selbstfindung.

In einem vielfachen Sinn gelungen ist die spannungsvoll dargestellte Lebensgeschichte der jungen Klara, eben achtzehn geworden, die beinahe ein moderner weiblicher Werther hätte werden können. Nach rauschhaften Erfahrungen in einer jugendlichen Künstler- und Drogenszene, die in den Erinnerungen der Heldin bruchstückhaft und andeutend dargestellt werden, der entschiedene Versuch der jungen Frau ihr Leben aus der unbändigen Kraft eines Selbstfindungswillens zu verwirklichen:

„Ich will mich aussetzen. Ich will mich stellen. Und ich will leben.“

Steuerung durch den Vater wird im neuen Milieu auf einer Nordseeinsel abgelehnt, auch den schnellen Verführungen durch recht attraktive Männer wird nach Einmalerlebnissen widerstanden, um ein anderes Leben im Kunst- und Handwerksbereich einer Töpferei zu finden und in einer leidenschaftlich aufbrechenden Beziehung zu einer Frau.
Durch Reflexion wird Erfahrung, Distanz und Lebensklugheit gewonnen, auch wenn der jugendliche Gefühlssturm immer wieder ausbricht und das Herz fast ein wenig zu oft klopft. „Nordseedschungel“ deutet hin auf die Schwierigkeiten der Wegfindung, auf krisenhafte Zustände und wirkliche Gefährdungen äußersten Grades, aber der Verführung zum Tod in den Nordseewellen wird widerstanden, weil der Lebens- und Liebeswille stark genug ist. Die wenigen Wochen dieser entscheidenden Lebensphase sind mit hinreißendem Tempo beschrieben, oft im Stakkato kurzer und fragmentarischer Sätze, sodass man als Leser gern an den Ritardando-Sequenzen innehält, wenn die realistisch komponierte Märchenidylle von alter Inselvilla oder Töpferei dies möglich macht. Kunstverstand und literarisch entfaltete Psychologie haben eine romanhafte Novelle geschaffen, die so unseren großen Beifall verdient wie das Gesamtwerk von Doris Meißner-Johannknecht. 

 
© bei Prof. Dr. Paul Gerhard Klussmann. Alle Rechte vorbehalten.


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(...) Das Buch, das Sie mir gesandt haben- und dessen Text,(...) spricht mich sehr an.
Text und Bilder sprechen ja von Verlust. vielleicht sogar vom Tod, jedenfalls von der Akzeptanz des Unverständlichen.
Das geschieht auf eine sehr sensible und behutsame Weise, quasi "unterschwellig", und doch auch schrittweise merkbar. Die eigentümlichen Bilder, die in einer Welt zwischen Realität und Imagination angesiedelt sind, bieten eine fast unerschöpfliche Fülle an "Hinweise", denen man nur bei oftmaligem "Lesen und Betrachten" auf die Spur kommen kann.
Die vielen Gegenstände und Figuren - allesamt von verschwiegener, sich vielleicht gar nicht gänzlich entschlüsselbarer, aber doch "merkbarer" Symbolik gezeichnet- erfüllen die grundsätzlich offenen Räume mit einer bedrängenden (und zugleich "ableitenden") Präsenz.
Bedrängend, weil sie ja offenbar für die komplexen Gefühle stehen, die der Ich- Erzähler erlebt, ableitend, weil sie diese Gefühle aufnehmen, auf sanfte und doch auch bestimmende Weise weitertragen und bewahren. Dabei ergeben sich, wie mir scheint, auch Ding- Konstanten zwischen den Szenen, denen nachzugehen sich lohnt. Und berührend ist auch, wie das an sich ernste, ja mit Trauer erfüllte Thema sich doch zumeist in lichten Farben abhandeln lässt, ohne an Wirklichkeitsbezug zu verlieren. (Ich verkenne nicht, dass es auch an einigen Stellen "Dunkelheiten" gibt; aber das Lichte herrscht vor!) Das Lichte verschleiert hier nichts, verdeckt auch nichts hinter seiner scheinbar freundlichen Äußerlichkeiten, sondern zeigt, dass eben der Blick in die Welt realitätsfreudig und trauern sein kann. Sunt lacrimae.
Dieses Buch führt es überzeugend vor. (...)"



 





 

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